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Vier Etagen Gegenwart: Artcare bespielt das EST Hotel Palais Chotek

  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Haus, das über hundert Jahre lang wusste, was Material kann: Neo-Renaissance-Fassade, Wiener-Werkstätte-Möbel, ein Tischlermeister als früherer Hausherr. Was passiert, wenn in so ein Haus Aluminiumguss und geschmolzene Laborpipetten einziehen? Seit 2026 empfängt das EST Hotel Palais Chotek in der Währinger Straße Gäste mit 164 Zimmern auf vier Etagen.




Aluminium, Öl auf Leinwand, geschmolzene Laborpipetten: Was im EST Hotel Palais Chotek in der Währinger Straße hängt und steht, hat mit dem Haus mehr gemeinsam, als es zunächst scheint. Das Stadtpalais im Stil der Neo-Renaissance, seit 2026 als Hotel geführt, verbindet historische Substanz mit organischen Motiven, warmen Farben und einem an die Wiener Werkstätte erinnernden Gespür für Ornament und Material. In enger Abstimmung mit dem Team des Hauses hat ARTCARE das Hotel über vier Etagen mit zeitgenössischer Kunst ausgestattet, von der Rezeption über Bar und Spa bis in einzelne Zimmer.





Im Foyer, am monumentalen Stiegenaufgang, steht als Blickfang eine goldglänzende Plastik von Julian Jankovic, geschmolzen aus Laborpipetten der Pandemiejahre. Gegenüber öffnet sich die Bar mit Möbeln der Wiener Werkstätte, wo über dem Kamin eine fragile Aluminiumskulptur von Karl Karner emporragt. In den Seitenflügeln hängen Siebdruckserien von Gert Verhoeven und Pedro Cabrita Reis, im Spa- und Fitnessbereich wild abstrahierte Naturlandschaften von Alex Ruthner. Über die Geschosse darüber ziehen sich mehrteilige Serigrafien arrivierter Positionen, darunter Britta Huttenlocher, Pia Fries und Josef Kern.








Möglich wurde das über die Kunstmiete, und die dreht die Reihenfolge um. Erst hängt das Werk, dann entscheidet sich, ob es bleibt. Statt einer einmaligen Investition steht eine monatliche Rate, für Unternehmen als Betriebsausgabe absetzbar. Ein gekauftes Bild bleibt an der Wand, auch wenn es längst nicht mehr passt; ein gemietetes kann gehen. Für aufstrebende Positionen kommt hinzu, worauf es am Anfang einer Laufbahn ankommt: Sichtbarkeit. Eine Arbeit im Atelier wird nicht gesehen, eine Arbeit in einem international frequentierten Haus schon. Dass junge Wiener Namen im Palais Chotek nicht in einer eigenen Zone hängen, sondern neben arrivierten internationalen Positionen, ist deshalb keine Nebensache, sondern der Kern des Konzepts.
















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